Archiv: April 2004

Apr 28 2004

Slowenien ist ein Musterschüler

Geschrieben von admin in: Slowenien

Die 2 Millionen Slowenen sind am besten auf den EU-Beitritt vorbereitet, schließlich waren 89 % beim Referendum im März 2003 einverstanden, offizielles Mitglied zu werden. Der Wohlstand liegt mit 75 % des EU-Durchschnitts so hoch wie in Griechenland oder Portugal. Kredite braucht das Land schon lange nicht mehr, es ist inzwischen zum Kreditgeber avanciert. Also wird der Währungsbeitritt als nächstes Ziel angestrebt, und die Chancen stehen sehr gut. Dennoch wird mindestens noch ein Jahr bis dahin vergehen, solange müssen Sie noch in slowenische Tolar umwechseln.

Woran liegt der Erfolg des Landes? Vielleicht an den Frauen, denn jede Zweite ist berufstäig. Und an der polyglotten Erziehung, schon seit 40 Jahren lernt jedes Kind bereits in der Grundschule englisch. Ein hoher Bildungsstandard ist verantwortlich für niedrige Geburtenraten, Slowenien wird das EU-Schlusslicht. Die Lösung: Zuwanderung! Schon jetzt arbeiten mehr Österreicher im Nachbarland als umgekehrt. Ab 1.Mai reicht für die Einreise der gültige Personalausweis.

[Dieser Eintrag wurde am 3.05.2004 um 16:23 editiert.]

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Apr 28 2004

Olympia nahe dem Olymp

Geschrieben von admin in: Griechenland

Athen hat 2003 Berlin als Europas größte Baustelle abgelöst. Besonders in der griechischen Hauptstadt hat man sich kräftig ins Zeug gelegt, um die Stadt endlich menschenfreundlicher zu gestalten: Bürgersteige und Grünflächen wurden angelegt. Eine der größten Luftverschmutzungsherde der Stadt, die Straße Dionissiou Aeropagitou direkt unterhalb der Akropolis, wurde zur autofreien Zone erklärt und fußgängerfreundlich gepflastert. Der öffentliche Nahverkehr wurde um zwei neue U-Bahn-Linien bereichert, die nebenbei durch verglaste Wände die unterirdische Vergangenheit sichtbar machen. Der Autoverkehr weicht nun über die neugebaute, 72 km lange Ost-Westautobahn aus.

Das olympische Dorf im Stadtteil Maroussi hat schon seine Bestimmung für die Zukunft nach Olympia gefunden, es dürfen einkommensschwache Mieter einziehen. Auch mit der Ruderstrecke im Nordosten der Stadt will man nachträglich Gutes tun, sie soll sich in ein Biotop verwandeln. Doch bis dahin sorgen sich alle um den zeitgemäßen Aufbau des Aquatic Center und den Umbau des Olympiastadions, der mit 156 Millionen Euro zu Buche schlägt. Das gigantische Dach des spanischen Architekten Santiago Calatrava überspannt nicht nur das Stadion sondern auch das Budget. Die Kosten des Organisationskomitees für „Aufbau Olympia“ werden hinter vorgehaltener Hand auf 1,7 Milliarden Euro geschätzt. Nicht berücksichtigt sind darin die zahlreichen Infrastrukturmaßnahmen.

Ansehnlichstes Bauvorhaben ist derzeit der Bau der Hängebrücke zwischen Rio und Antirio. Der Peloponnes wird so bis zum 24. 12. 2004 auf direktem Weg mit Nordgriechenland verbunden sein. Die Spannbreite von 2250 Meter stellt außerdem den neuen Hängebrücken-Weltrekord auf.

Weitere Bauvorhaben, die gerade ausgeführt werden sind die Egnitia-Autobahn, die den Hafen von Igoumeritsa mit der türkischen Grenze in Thrazien verbindet und die Autobahn Patras-Athen-Thessaloniki-Evzoni, die 14 Städte, 9 Häfen und Flughäfen verbindet. Der neue internationale Flughafen Athen wurde 2001 eröffnet, die Modernisierung des Schienennetzes muss noch in Angriff genommen werden.

Die vier olympischen Städte, in denen die Vorentscheidungen des Fußballtourniers ausgeführt werden, sind Thessaloniki, Patras, Heraklion und Volos.

Die offizielle Olympia-Internetseite: www.athens2004.com
Das Generalsekretariat der olympischen Spiele: www.ggoa.gr
Medien-Informationen der olympischen Spiele: www.mediainfo2004.gr

Falls Sie noch Bedenken haben sollten, was die Sicherheit Ihres Griechenland-Besuches im Trubeljahr 2004 angeht: Für die olympischen Spiele wird ein ganzes Heer an Sicherheitsbeauftragten und Experten aufgefahren. Mit 50.000 Einsatzkräften bieten die griechischen Sommerspiele drei mal soviel Schutz wie es in Sydney oder Salt Lake City der Fall war. Auch die NATO hat ihre Unterstützung zugesagt: Der Luftraum wird mit einsatzbereiten AWACS gesichert.

Griechenland hat übrigens seit März 2004 eine neue, nach zehn Jahren wieder konservative Regierung der Nea Demokratia (ND) unter Konstantinos Karamanlis. Dem Parlament steht die erste weibliche Präsidentin vor, Prof. Dr. Anna Benaki-Psarduda. Sie spricht fließend deutsch, da sie 1961 in Bonn in Jura promoviert hat.

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