Charlotte Shigwedha ist in Mondesa aufgewachsen. Die junge Frau kennt das ehemalige Township des Küstenstädtchens Swakopmund, seinen Charakter und seine Menschen. Wer sich ihr auf einer Tour durch Mondesa anschließt, lernt nicht nur viel über namibische Geschichte und Kultur, sondern nimmt auch Teil am Alltag der Bewohner. An Charlottes zum Beispiel. Erster Stopp ihrer Runde durch die Siedlung ist ihr eigenes Zuhause. Zusammen mit ihrer Mutter Sophie zeigt sie, wie auf traditionelle Weise Mahango hergestellt wird – Hirsespeise, die zu beinahe allen Mahlzeiten der Owambo gehört: Mit einem langen dicken Holzstück wird in einem Holzbottich Fingerhirse zerstampft und dann zu Porridge weiterverarbeitet. Besucher dürfen gerne auch mithelfen. Sie merken schnell, wie anstrengend es ist, fünfzehn Minuten lang die Hirse mit eigener Kraft zu zerkleinern, um Essen für nur eine Person zuzubereiten.
Seit 2002 führt Charlotte Shigwedha auf ihren „Mondesa Township Tours“ Touristen durch die Stadt in der Stadt, die in den fünfziger Jahren für schwarze Arbeiter errichtet wurde. Damals lebten sie strikt nach Ethnien getrennt in verschiedenen Vierteln: Owambo, Damara, Herero, Nama. Obwohl diese Trennung längst aufgehoben ist, haben sich die alten Viertel und damit die kulturelle Vielfalt in Mondesa erhalten. Im Herero-Viertel, wo Kinder mit Drahtautos spielen, sind die Besucher zusammen mit Charlotte zu Gast bei Meme Angelika Kaijo, die sie in der farbenprächtigen Tracht der Herero mit dreieckigem Kopfschmuck und mehrlagigem Kleid empfängt. Familienfotos machen die Runde, Meme Angelika erzählt vom Leben der Herero früher und heute. Fragen werden gerne beantwortet.
Zu den weiteren Stationen der etwa dreistündigen Führung gehören ein Rundgang über den Markt von Mondesa mit seinen exotischen afrikanischen Gerichten und Gerüchen und Musik aus dem Radio sowie eine kurze Fahrt durch die „Democratic Resettlement Community“. Charlotte erläutert das Projekt, das Wohnraum für Menschen zur Verfügung stellt, die sich kein eigenes Haus leisten können und ihre einfache Bleibe mit Farben und Pflanzen verschönern. Ein traditionelles Mittagessen zu Hause bei Meme Ali, einer Owambo-Frau, beschließt die Tour mit Oshikundu (einem Getränk aus Mahango) und getrockneten Mopane-Würmern, einer einheimischen Delikatesse – wenn nicht spontan noch gesungen und getanzt wird.
Eine Führung kostet pro Person 250 N$ (ca. 29 EUR). Die Teilnehmer werden an ihrem Hotel abgeholt, Erfrischungen sind inklusive. Ein Teil der Einnahmen kommt direkt den beteiligten Einheimischen zugute; für Kinder kann dringend benötigtes Schulmaterial gekauft werden. So tragen Besucher unmittelbar zur Verbesserung der Lebensumstände der Einwohner von Mondesa bei und erhalten zugleich faszinierende Einblicke in vielfältige namibische Welten.
Mondesa Township Tours, E-Mail: info@mondesatownshiptours.com
Ebenfalls Führungen durch Mondesa bietet das Unternehmen Hata Angu Cultural Tours unter dem Titel „Swakopmund Township Tours“ an. Zum Programm gehören dort u.a. auch der Besuch bei einem Medizinmann der Nama, bei einer 80 Jahre alten Damara-Frau und in einem Kindergarten. Traditionelle Speisen und Getränke lernen Gäste in einer typischen Kneipe („Shebeen“) und in einem Owambo-Restaurant kennen.
Die Teilnahme pro Person kostet 280 N$ (ca. 33 EUR). 50 Prozent erhalten direkt die Menschen von Mondesa. Fotografieren ist ausdrücklich erlaubt.
Swakopmund Township Tours: [URL=”http://www.natron.net/hata-angu”]www.natron.net/hata-angu[/URL]
Quelle: Namibia Tourism Board/Kleber PR Network