Flugsituation
Zur Zeit ist Zimbabwe von London aus nonstop erreichbar:
- 2 wöchentliche Flüge mit Air Zimbabwe ab London Gatwick (Raucherflug !)
- 3 wöchentliche Flüge mit British Airways ab London Heathrow (3 – Klassen – Konfiguration, Sleeper – Betten in Business Class)
Flugzeit von London nach Harare: ca. 10:15h
Ich selbst bin mit British Airways geflogen. Der Flug war nur zu ca. 30 % belegt. Der Flugablauf war professionell und ohne jede Beanstandung.
Ankunft Harare
Erste Überraschung: Harare hat ein neues Terminal für internationale Flüge. Alles ist absolut hochmodern, sauber –was man zunächst nicht unbedingt erwarten würde.
Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt, man erhält das Einreisevisum gegen Zahlung von 30 US $. Das Geld sollte man in kleiner Stücklung dabei haben (10er und 20er Scheine).
Kurzinfos unseres lokalen (weißen) Agenten, der in Zimbabwe lebt: Es gibt alles zu kaufen. Auf keinen Fall sollte man auf dem Schwarzmarkt Geld tauschen (Verbot !!!). Zu vermeiden sind auch missbilligende Äußerungen über den Präsidenten.
Fahrt in die Stadt: Normales, lebendiges afrikanisches Treiben. Alle Tankstellen sind geöffnet und verfügen über Benzin. Das erste Geldwechseln in einer Bank erfolgt vollkommen unproblematisch. An die ausgezahlten hohen Summen muss man sich gewöhnen: Für 400 US $ erhalten wir über 2,2 Millionen Zimbabwe - $, das ganze in 20000-Scheinen!
Chapungu Sculpture Park: Dies ist wohl die besuchenswerteste Stelle Harares, da hier die berühmten Shona – Skulpturen entstehen. Eintritt: 2000 ZIM $. Man kann hier wie früher den schaffenden Künstlern zuschauen. Kein Tourist ist zu sehen, aber alle sind hier sehr freundlich. Man leidet im Verkauf sehr unter den ausbleibenden Besuchern.
Besuch der Mukuyu Winery bei Marondera: Hier wird weiter Wein produziert, obwohl die Erntemengen nach den Farmbesetzungen sehr zurückgegangen sind. Die Abfertigungshalle sowie die Lagerräume machen einen guten Eindruck. Das Farmland unterwegs macht dagegen einen schlechten Eindruck. Natürlich ist erst Frühling, aber man kann sich kaum vorstellen, dass ordentliche Ernten eingebracht werden können, da viele Flächen brachliegen. Die neu angesiedelten schwarzen Farmer verfügen zum großen Teil nicht über das notwendige KnowHow, haben kein Geld für Saatgut, Maschinen oder Reparaturen und bekommen keine Bankkredite – ein Teufelskreislauf.
Die Straßen sind in einem guten Zustand. Im Half Way House (Harare – Mutare) essen wir zu Mittag und geben für drei Personen mit Getränken 160000 ZIM $ aus – ca. 27 Euro. Unterwegs wird allerlei Gemüse, Honig und Obst am Straßenrand angeboten. Auch in dieser Gegend haben allen Tankstellen Benzin.
Weiterfahrt zum Nyanga Nationalpark und Schnell-Check einiger Hotels:
Brondesbury Park Hotel: Das in die Jahre gekommene Hotel 60 km nördlich von Rusape ist geschlossen, wird aber von freundlichen Wächtern bewacht. Man wartet auf einen Investor…
Pine Tree Inn: Ein sehr gepflegtes Idyll ca. 70 km nördlich von Rusape. Gediegene Räume, sehr nette Zimmer und tolle Terasse, alles blitzsauber – man wartet auf Gäste. Am Wochenende kommen einige Gäste aus Harare, aber keine internationalen Besucher.
Montclair Casino Hotel: Auch hier ist alles bestens gepflegt, das Hotel lebt vom Spielbetrieb und von Tagungen.
Troutbeck Inn: Super Lage am See und auf 2000 m Höhe gelegen. Alles top – gepflegte Anlage, gutes Restaurant, wohlbestückte Bar, die Zimmer geräumig und mit allem Komfort.
Rhodes Nyanga Hotel: Ebenfalls super gepflegt, schöne Terrasse, gutes Essen.
Fahrten im Nyanga Park:
View of the World: Eintritt 500 ZIM $/p.P. Tolle Aussicht vom Turm, Angebot von hübschen Skulpturen.
Inyangombe Falls: Kurzer, anstrengender Abstieg vom Parkplatz.
Mtarazi Falls: Die Straße hierher ist sehr schlecht, Allrad unbedingt zu empfehlen.
Fazit: Die Infrastruktur des Nationalparks ist voll vorhanden (Campingplätze, Hütten)
Fahrt Nyanga – Mutare zu den Great Zimbabwe Ruins bei Masvingo
Die Fahrt geht über Juliusdale nach Mutare: Die Straße ist in gutem Zustand. Mutare, die Hauptstadt des Manica – Landes, ist sehr geschäftig. Alle Tankstellen haben Benzin.
Ausflug in die Vumba Mountains und Besuch des Vumba Botanical Garden: Sehr gepflegt, aber bis auf eine Schulklasse leer.
Leopard Rocks Hotel: Ein traumhaftes Hotel! Sehr elegantes Golfhotel, schloßartig, tolle Terrasse zum Lunch, alles wie schon gewohnt sehr gepflegt und im allerbesten Zustand. Essen: top.
Auf dem Rückweg besuchen wir das kleine White Horse Inn, ein romatisches Landhotel. Blitzsauber, Top – Zustand, man wartet stand by auf Gäste !
Weiterfahrt nach Masvingo/Great Zimbabwe Ruins:
Straße nach Birchenough Bridge sehr gut, gesäumt von vielen tollen Baobab – Bäumen. Weiterfahrt nach Masvingo etwas öde. Wir kommen unvermeidlich in die Dunkelheit. Alle Autos haben – wenn überhaupt – total verstellte Scheinwerfer, manche haben kein funktionierendes Rücklicht. Gleichzeitig laufen Menschen am Straßenrand, Tiere (Rinder und Ziegen) kreuzen den Weg… Höchste Aufmerksamkeit ist gefordert, denn es gibt keine reflektierende Seitenmarkierung und einen nur schlecht zu sehenden weißen Mittelstrich. Fahrten in der Dunkelheit sollten also absolut vermieden werden!!
Wir tanken in Masvingo auf und fahren zum
Great Zimbabwe Hotel. Die große Hotelanlage wirkt sehr gepflegt, das Restaurant ist gut und wird allen Bedürfnissen gerecht, es gibt wie überall keine weißen Besucher. Da gerade eine Tagung stattfindet, wirkt die Anlage belegt. Das Personal ist wie immer bestens geschult und freundlich. Eine Super-Alternative für Individalreisende, die betucht sind, ist die
Lodge at the Ancient City. Diese Lodge liegt östlich der Zimbabwe – Ruinen und ist eine Traumkonstruktion, die die Felslandschaft, Außen- und Innenarchitektur toll miteinander verbindet. Die sehr ruhige, gediegene Anlage gehört zur Touch the Wild – Gruppe.
Great Zimbabwe Ruins
Neu ist das restaurierte West – Tor der Enclosure. Davor gibt es unter einem Rietdach eine interessante Ausstellung mit Modellen der Gesamtanlage. Alle Wege sind hervorragend ausgeschildert und man gelangt über den Modern (= bequemeren) oder Ancient Path (=steil) zur Bergruine.
Das frühere Karanga – Village liegt neuerdings außerhalb des Parks an der östlichen Grenze und zeigt wie bisher das Leben der Eingeborenen in einer Art Freilicht –Museum. Es werden Tonwaren und geschnitzte kunsthandwerkliche Gegenstände angeboten.
Weiterfahrt nach Bulawayo
Die Asphaltstraße ist in einem sehr guten Zustand.
Bulawayo selbst hat vornehme Wohngegenden, z. B. Hillside. Im Stadtinneren sind breite Straßen angelegt, gesäumt von Jacaranda – Bäumen. Bulawayo wirkt sauberer als Harare.
Am darauffolgenden Sonntag stellen wir leider fest, dass es kein Benzin gibt (nur eine Tankstelle hat geöffnet und davor gibt es eine lange Schlange).
In Bulawayo haben wir uns folgende Unterkünfte angeschaut:
Holiday Inn (wo wir wohnten): Zweckmäßig, sehr sauber und gut in Schuss, 2 Restaurants (italienisch und Steakhouse).
Nesbitt Castle in Hillside: Top – Unterkunft in Art einer altenglischen Burganlage. Alles ist sehr gediegen, dunkel, vornehm. Tolle Parkanlage und sehr ruhig. Phantastisches Restaurant. Wohl die Nr. 1 inmitten einer vornehm wirkenden Siedlung. Etwas für den absolut gehobenen Geschmack.
Banff Lodge (im gleichen Ortsteil wie Nesbitt Castle): Mittelklasse – Unterkunft, die sehr sauber und gemütlich ist. Daneben liegt das gute Restaurant „New Orleans“.
Cresta Churchill Hotel: Gemütlich wirkendes Mittelklassehotel, sehr sauber und schön angelegt, gutes Restaurant, Architektur a la Old England.
Matobo National Park
Man zahlt 8 US $ Eintritt und nochmals 2 US $ für den Besuch archäologischer Stätten (Felsmalereien, Rhodes’Grave). Die Zufahrten zu den Sehenswürdigkeiten sind zum Teil sehr schlecht und kaum PKW – tauglich – man arbeitet aber an Ausbesserungen.
Wir besuchten folgende Camps:
Amalinda: Noch außerhalb vor dem Park gelegen. Super – tolles Camp unter Berücksichtigung der Granitfelsen. Eine idyllisch in die Natur integrierte Anlage, abgegrenzter Swimmingpool – Teil. Alle Unterkünfte liegen separat und man sieht in die freie Natur – mit Außendusche. Für allerhöchste Ansprüche!
Big Cave Camp: Nur wenige km parkeinwärts von Amalinda gelegen. Schöne Lage, aber die Gesamtanlage reicht an Amalinda nicht heran. Es ist hier sehr felsig und es gibt nur wenig Schatten, die A – frame Hütten haben ein Rietdach und sind ansprechend eingerichtet. Schöne Felszeichnungen am Eingang.
Unterwegs zum Park: The Farmhouse. Hier gibt es einfache, nette Unterkünfte und ein gemütliches Restaurant mit Terrasse. Die Außenanlagen mit Swimmingpool laden zum Verweilen ein.
Matobo Hills Lodge: Zur Touch the Wild – Gruppe gehörend. Sehr schöne Anlage, weitläufig. Aber halt nicht Amalinda…
Victoria Falls
Flug mit Air Zimbabwe nach Bulawayo (40 Minuten). Pünktlich auf die Minute. Abholung in VFA durch UTC – ebenso pünktlich und Fahrt zum Hotel.
Der Ort macht einen durchaus lebendigen Eindruck, viele Andenkenhändler, ein neues kleines Shoppingcenter. Anstelle des Makasa Suns steht nun das
The Kingdom Hotel im Stile von Great Zimbabwe. Es ist ein Kasino – Hotel mit vielen Zimmern (2 – stöckig gebaut) um eine große Teich- und Swimmingpoolanlage herum. Großes, offenes Restaurant. Ein Luxushotel, das aber etwas an eine Mischung aus Disney World und Las Vegas erinnert.
Besuch der Fälle: Pro Person werden 20 US $ fällig ! Und bei jedem weiteren Besuch wird nochmals kassiert…Man braucht halt Devisen !
The Victoria Falls Hotel. Es liegt nur 5 Gehminuten vom Kingdom entfernt. Man kann über die Straße gehen oder an der Fall – Seite über einen Fußweg (5 Minuten). Das Hotel ist nach wie vor die Nr. 1: Alles ist sehr gediegen, äußerst gepflegt, einfach ein kolonialer Traum.
Der Lunch auf der Terrasse mit Blick auf die Victoria Falls Brücke ist ein Erlebnis für sich. Ein Muss ist das Dinner im hoteleigenen Restaurant (Jacket- und Krawattenzwang).
Elephant Hills Interconti: Ein Luxushotel mit Wasserfällen im Innenhof, aber insgesamt doch ein eher unsympathischer, grauer Klotz. Golfplatz anbei. Hochpreisig.
A’ Zambezi River Lodge (zur Mercure – Kette gehörend). Schön renoviert, tolle Lage am Zambesi. Besonders reizvoll: Das offene Restaurant direkt am Ufer bietet einen tollen Ausblick auf den Sonnenuntergang und die schöne Poolanlage. Für Selbstfahrer gute, sichere Parkplätze in unmittelbarer Nähe der Zimmer. Mittelpreisig.
Victoria Falls Lodge. Luftige Holzskontruktion z. T. über mehrere Etagen. Sehr individuell gebaut, tolle Zimmer, Blick auf ein sehr großes Wasserloch, legere Gesamtatmosphäre, doch durchaus für das „gehobene“ Publikum. Regelmäßiger Shuttle – Service zu den Wasserfällen (kostenlos). Einzige Lodge, von der aus man gut Wild beobachten kann.
Rainbow Victoria Falls Hotel (Mercure – Kette): Mittelklassehotel, das vollständig renoviert wurde und ortsnah ist. Angenehme Zimmer, sehr schöne Swimmingpoolanlage, nettes Restaurant für normale Ansprüche.
Ilala Lodge: Gegenüber dem Kingdom gelegen. Sehr gepflegt, aber eher durchschnittliche Zimmer. Gutes Restaurant, schöner Ausblick auf die Gartenanlage. Im Vergleich zu den anderen Lodges und Hotels wäre eine Modernisierung angebracht, obwohl alles sehr sauber ist.
Toll: Der städtische Campingplatz wurde von der Ilala – Lodge übernommen und ist jetzt top – gepflegt = erste Adresse für Allradcamper und Budgetreisende (Hütten werden angeboten).
Fazit Zimbabwe:
Das Land ist durchaus auch für Individualreisende zu bereisen. Die Bevölkerung ist absolut freundlich und in keinster Weise Weißen gegenüber feindlich eingestellt. Wir erlebten zu keinem Zeitpunkt unserer Reise irgendeine Form von Gefährdung oder hatte unangenehme Gefühle. Wir haben nirgends Betteln erlebt.
Die Hotels und Lodges sind stand – by. Alle unsere früheren Leistungsträger haben sogar ihre Angebote verbessert. Überall in den Restaurants gibt ein eine vollständige, gute Speisekarte mit einer Vielzahl von Gerichten und Weinen (natürlich sind die Zimbabwe – Weine wesentlich billiger – und erstaunlich gut und bekömmlich).
Das Service – Personal ist bestens geschult und überall ausgesprochen freundlich.
Die Versorgung mit Benzin ist unterschiedlich. Lediglich in Bulawayo und Vic Falls gab es keines – dafür aber außerhalb der Orte. Die Vermieter haben an ihren Vermietstationen stets Vorräte für Kunden.
Die Nationalparks – soweit von uns besucht – sind gähnend leer, aber überall kümmert sich das Personal um den Besucher. Die öffentlichen Campingplätze hier sind sehr sauber und bestens in Schuss.
Die Verbindungen nach Zimbabwe von London aus (3 mal wöchentlich nonstop) und bald von München (2 mal wöchentlich nonstop) nach Harare sind bequem. Die Maschinen der Air Zimbabwe werden durch SAA gewartet.
Unter Berücksichtigung der für die Länder des südlichen Afrika geltenden Sicherheitshinweise ist Zimbabwe durchaus wieder ein tolles Reiseland.
Preisbeispiele:
Währung:
1 Euro = 6500 ZIM $
1 US $ = 5300 ZIM $
Die Kurse werden 2 mal pro Woche durch eine Auktion festgelegt. Schwarzmarkt – Tausch ist absolut verboten. Bei der Ausreise muss man u. U. nachweisen, wie man die eingeführten US $ - Barreserven umgetauscht hat (Banknachweis oder Hotelumtausch – Nachweis).
Benzin ca. 3600 ZIM $/Liter
Abendessen, Hauptgericht ca. 50000 – 80000 ZIM$
Flasche zimbabwischer Wein im Restaurant ca. 25000 – 40000 ZIM$
Frühstücksbuffet in internationalen Hotels (üppig): ca. 70000 – 80000 ZIM $
In den meisten Hotels wird per Kreditkarte in ZIM $ abgerechnet, wobei danach der Umtausch in US $ stattfindet. Benzin gibt es nur gegen zimbabwisches Bargeld.
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