Archiv: März 2005

Mrz 31 2005

Kurvenspaß für Motorradurlauber im Trentino

Geschrieben von admin in: Trentino

Kurvenspaß für Motorradurlauber im Trentino

Trentino Marketing hat zusammen mit 75 regionalen Hotels und dem Motorradtourismus-Verband der norditalienischen Provinz eine Initiative für Motorradurlauber ins Leben gerufen.
Zu den speziellen Dienstleistungen zählen sichere Abstellplätze für die Motorräder, Informationsbroschüren sowie geschultes Personal, das Bikern vor Ort mit Streckenbeschreibungen, aktuellen Wetterberichten und Verkehrsnachrichten zur Seite steht.
Eine jetzt druckfrisch erschienene Landkarte listet auf der Rückseite sämtliche beteiligten Unterkünfte auf. Erkennungszeichen aller Hotels, Pensionen und Campingplätze des Verbands ist ein Logo mit einem überdachten Motorrad auf orangefarbenem Hintergrund.
Für bequemes Touren ohne Gepäck bietet die Initiative «Urlaub mit dem Motorrad» einen internationalen Express-Kurier, der die Koffer der Biker von Hotel zu Hotel transportiert. Man kann sich sogar sein Reisegepäck auch nach dem Urlaub direkt nach Hause schicken lassen.

Auf der kürzlich freigeschalteten Homepage der Förderinitiative finden Motorradfans unter www.trentinoinmoto.com Beschreibungen der attraktivsten Routen im Trentino. Auf bergigen Serpentinenstraßen können Biker zum Beispiel die Pässe des Giro d’Italia von 2001 oder die «Weinstraße» von Trient nach Bozen abfahren. Auch die Uferstraße «Gardesana» am Gardasee und die großen Dolomitenpässe Fedaia, Sellajoch und Pordoi laden zum Kurvenspass ein.

Weitere Informationen, Broschüren und Kartenmaterial:
Trentino Marketing, Via Romagnosi 11, 38100 Trento, Italien, Tel.: +39-0461-219317; E-Mail: relazioniesterne(at)trentino.to.

News von Cony Ziegler

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Mrz 31 2005

17. International Historic Car Rallye

Geschrieben von admin in: Zypern

Start frei für die 17. International Historic Car Rallye

Mit 100-Jahre alten Oldtimern quer über die Insel

Vom 27. Mai bis zum 29. Mai 2005 steht Zypern im Zeichen der 17. International Historic Car Rallye. Circa 80 Fahrzeuge mit einem Baujahr von 1905 bis 1980 werden an dem Wettrennen teilnehmen und insgesamt 500 Kilometer zurücklegen. Die Rallye ist Dreh- und Angelpunkt der internationalen Oldtimer-Elite. Die Organisation des historischen Straßenrennens hat die FIPA (Friends of Historic & Old Cars of Cyprus) übernommen. Gäste, die diese Oldtimer-Parade besuchen möchten, haben dazu in mehreren Städten Zyperns Gelegenheit. Der Event beginnt am Freitag, den 27. Mai 2005 in Lefkosia. Am nächsten Morgen fällt der Startschuss zur Rallye. In den folgenden zwei Tagen besuchen die Teilnehmer unter anderem Larnaca, Lemesos, den Geburtsort der Aphrodite und Pafos. Die Tour über die Insel führt Fahrer und Beifahrer durch die vielfältige Natur Zyperns wie dem Troodos-Gebirge und zeigt ihnen das reiche Kulturerbe des Landes. Am Sonntag, endet die Rallye in Lefkosia, wo die Endergebnisse verkündet werden. Das Wettrennen ist nach den Regeln der FIVA, Fédération Internationale des Véhicules Anciens, organisiert: Mindestens zwei Leute müssen in jedem Auto sitzen. Geschwindigkeit spielt keine Rolle: Je nach Baujahr dürfen die Fahrzeuge bis zu einer maximalen Höchstgeschwindigkeit fahren, die im Durchschnitt zwischen 30 und 50 Kilometern pro Stunde liegt.

News von Cony Ziegler

[Dieser Eintrag wurde am 31.03.2005 um 12:43 editiert.]

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Mrz 21 2005

Namibia Artikel aus “Die Zeit”

Geschrieben von admin in: Namibia

Damals, Kinder, in Afrika…

Weil der Großvater von Löwenjagden schwärmte, reist der Enkel seinen Abenteuern nach. In Namibia erlebt er Ostseewetter und deutsche Patrioten

Von Harald Martenstein

Mein Großvater war Doktor der Tiermedizin, und eine seiner Lieblingsgeschichten handelte davon, wie er zu seinem Titel gekommen ist. Er promovierte, indem er Kaninchen betrunken machte. Einige Monate lang flößte er den Tieren morgens, mittags und abends furchterregende Mengen Rotwein, Absinth und Cognac ein. Anschließend schlachtete er sie und untersuchte für seine Doktorarbeit, ob auch ein Stallkaninchen eine Trinkerleber bekommen kann. Und ob! Der Geschmack soll sensationell gewesen sein, vor allem die Cognaclebern. Mein Großvater veranstaltete ein Festessen für seine Kommilitonen, bald darauf reiste er ab. Er hatte sich um eine Tierarztstelle in der entlegensten Ecke von Deutsch-Südwestafrika beworben, am äußersten Ende des Reiches, an der Grenze zu Britisch-Betschuanaland. Wenig später begann der Erste Weltkrieg.

Er erzählte als alter Mann oft von Afrika. Er erzählte von Löwenjagden und Nächten am Lagerfeuer, von Schlangen, die morgens zischelnd unter dem Kopfkissen lagen, von Feuergefechten gegen den verdammten Engländer, bei Morgengrauen in der Wüste. In der Wüste lebten die Buschmänner, erzählte er, die sich abends immer auf der gleichen Körperseite in den warmen Sand legten, die andere Körperseite war nämlich gegen die Kälte abgehärtet, denn sie waren nackt, und es wurde nachts bis minus zehn Grad kalt. Manchmal gab es schwarzen Frost, das heißt, im Laufe der Nacht waren alle Pflanzen vor Kälte verdorrt und rabenschwarz geworden.

Nach dem Krieg kehrte er spektakulär mit einer Sammlung von Schlangenhäuten, Alligatoren und Antilopenhörnern zurück und ging damit nach Ostpreußen, weil Ostpreußen seiner Ansicht nach Afrika am ähnlichsten war. Im Zweiten Weltkrieg verbrannte die Sammlung der verdammte Russe!, mein Großvater rettete nur einen Bestand an selbst gefertigten Aktaufnahmen einiger recht spektakulärer schwarzer Schönheiten, den er gerne zeigte, allerdings nicht den Kindern. Er wäre wahrscheinlich zurückgegangen nach Südwestafrika, das war nach ein paar Jahren für Deutsche wieder erlaubt. Aber er hatte inzwischen meine Großmutter kennen gelernt, und die war keine Frau, die für Schlangen und Löwenjagden viel übrig hatte. Manchmal dachte ich: Wenn meine Großmutter abenteuerlustiger gewesen wäre, dann wäre ich heute ein Namibiadeutscher, oder Südwester, oder Namibianer, davon gibt es 25000, und es ist eine ganz eigene Sorte Mensch.

Ich dachte immer, ich möchte da mal hin.

Am Straßenrand sitzen Hererofrauen mit Mützen wie Narrenkappen

Wenn man von Windhuk in Richtung Osten losfährt, kommt auf den nächsten 200 Kilometern ein einziger Ort, Witvlei, ein paar verstreute Häuser nur, aber berühmt für seinen deutschen Karneval und seine Prinzengarde. 50 Kilometer weiter kommt Gobabis, danach kommt nichts mehr. Nur der Trans-Kalahari-Highway führt am Rande der Wüste immer weiter in Richtung auf Botsuana, das einstige Betschuanaland. Auf der Fahrt sieht man roten Sand, gelbes Gras und die immer gleichen Kameldornbäume, die für ihr besonders hartes Holz berühmt sind, manchmal in der Ferne ein paar Rinder. Sonst nichts.

Der deutsche Radiosender bringt hinter Windhuk noch eine Weile Schlager von Freddy und Tony Marshall. Dann knistert es, und das Radio wird still. Man fährt durch ein Meer aus Land. Dünner besiedelt als Namibia ist nur die Mongolei. Diese Weite, pflegte mein Großvater zu sagen, so eine Weite kannst du dir bei uns gar nicht vorstellen.

Er war in Gobabis stationiert, dem letzten Außenposten der deutschen Schutztruppe, dem östlichsten Fort. Heute hat Gobabis 14000 Einwohner und ist Hauptstadt der Provinz Omaheke, benannt nach jener Wüste, in der 1904, im Krieg gegen die Deutschen, ein großer Teil des aufständischen Hererovolkes verdurstet ist. Um Gobabis herum lässt die Omaheke gerade noch Landwirtschaft zu, große Rinderfarmen. Am Eingang der Stadt, die aus vielleicht einem Dutzend staubiger Straßen besteht, steht ein Denkmal, das ein Rind zeigt. Dort, wo der Highway Gobabis wieder verlässt, gerade wie ein Lineal, befinden sich ein halbes Dutzend Tankstellen und ein paar Supermärkte. Am Rand des Highways sitzen Hererofrauen mit ihren Mützen, die wie Narrenkappen aus dem Rheinland aussehen, und versuchen, kleines, schrumpliges Obst zu verkaufen. Manchmal rasen voll besetzte Taxis in Richtung Grenze, 120 Kilometer, das ist hier nicht weit, immer Vollgas, schlingernd, unter einer roten Staubwolke. An den Kameldornbäumen lehnen Soldaten. Man sieht hier nur wenige Weiße.

Der älteste Deutsche in Gobabis heißt Eberhard Eimbeck, Rinderfarmer, Jahrgang 1922. Sein Vater kam 1904 aus Posen, »der Vadder«, sagt er. Posener Mundart wahrscheinlich. Insgesamt sind sie nur noch zehn. Alle nicht viel jünger als er. Die Deutschen ziehen sich in Richtung Küste zurück, nach Swakopmund, das ist ihre Hochburg. Swakopmund sieht aus wie eine Stadt an der Ostsee, wie Binz vielleicht, mit viel Fachwerk, Seebrücke und Leuchtturm. Sogar das Wetter wirkt ostseemäßig, oft neblig und kühl, weil der kalte Benguelastrom an der Küste vorbeifließt.

Eimbeck ist ein dünner, kleiner, schwarzbraun verbrannter Mann mit narbigen Beinen, er hat vor Jahren ein Heimatmuseum gegründet, ein kleines, unscheinbares Haus voll gestopft mit Möbeln und Hausrat und Farmutensilien, direkt daneben liegt der Deutsche Verein. Der Verein trifft sich nur noch selten. Früher gab es regelmäßig Faustballturniere und Schlachtfeste. Eimbeck sagt, ohne konkreten Anlass: »Der Neger hält sich nicht an Versprechen. Arbeiten will der Neger nicht.« Und lauter solche Sachen. In Deutschland war Eimbeck nie. Es stört ihn aber trotzdem, dass dort so viele Türken leben.

Viele Namibiadeutsche feiern noch Kaisers Geburtstag

In einer Doktorarbeit über die Namibiadeutschen wird die These vertreten, sie seien längst ein eigenes Volk, eine Nation ohne Staat wie die Quebecfranzosen oder die Basken. Deutsche, in deren Nationalgeschichte Hitler nur am Rande vorkommt, die in der Schule nichts oder fast nichts über Auschwitz hören, die keine Mauer erlebt haben und kein 68, keine Scham, keine Selbstzweifel, gar nichts. Viele von ihnen feiern Kaisers Geburtstag. Am Krieg von 1904 waren ihrer Ansicht nach hauptsächlich die Neger schuld. Es gibt jeden Tag Kaffee und Kuchen, abends gern Leberkäse. Sushi oder Prosecco gibt es nie. Im Radio läuft, wenn Freddy fertig ist, Marschmusik. Die deutschen Geschäfte schließen pünktlich auf die Minute.

Man könnte sagen, es sind Deutsche im geistigen Zustand des Jahres 1904. Schockgefrostet. Chemisch rein. Sie bilden eine nationale Minderheit. Ein bisschen werden sie unterdrückt oder empfinden es so. Ein bisschen sind sie Herrenmensch. Nicht alle von ihnen, gewiss, aber man trifft doch so einige. Eigentlich finde ich Eimbeck trotzdem ganz sympathisch. Wäre ich, wenn ich hier aufgewachsen wäre, heute genauso wie er? Er ist hilfsbereit. Er hört sich um. Niemand in Gobabis kann sich an meinen Großvater erinnern, der ein junger, dynamischer Tierarzt war und den Engländern mit seiner Donnerbüchse mächtig eingeheizt hat.

Aus der Kolonialzeit ist nur noch das alte Militärkrankenhaus übrig. Sowie auf dem Friedhof, in gepflegtem Zustand, frisch geharkt, 42 Heldengräber. Im Hererokrieg wurde Gobabis belagert. Auf einem Kreuz steht: »Uffz. Wilhelm Roesener 1888-1982«. Der blieb also sein Leben lang Unteroffizier. Ein anderes Grabmal ist mit einer richtigen Kurzgeschichte beschriftet: »auf verräterische Weise von einem Giftpfeil aus dem Bogen eines Buschmanns getroffen. Er konnte noch selbst seinen Angreifer mit dem Revolver erschießen.«

Die Fundamentalisten kriegen ihre Kirchentür nicht mehr auf

Das Hotel liegt am Fluss, dort, wo er gestaut wird. Einziger Gast ist ein dicker weißer Handlungsreisender aus Südafrika, der mit den Tankstellen am Highway ins Geschäft kommen möchte. Das Hotel schenkt keinen Alkohol aus, sagt er als Erstes, das sind hier christliche Fundamentalisten, fuck it. Die Fundamentalisten haben sogar eine eigene kleine Kirche, neben dem Pool, in der die ganze Nacht das Licht brennt. Sie bekommen die Tür nicht mehr auf, weil ein Hotelgast den Schlüssel mitgenommen hat. Durchs Fenster sieht man, dass in der Kirche ein Bett steht.

In meinem Zimmer mache ich die Tür auf, und in einer Staubwolke fliegen Dutzende schwarzer Käfer hinein, jeder so groß wie ein Daumen. Sie drehen sich sofort auf den Rücken und sterben.

Am nächsten Tag esse ich bei Ernie’s ein Steak, während auf dem Highway vor mir die Viehtransporter in Richtung Botsuana rollen. Das Steak ist ziemlich zäh. Für den Gegenwert von 75 Rindern bekommt man in Namibia ein Auto. 16 Hektar Land brauchst du hier in der Gegend, um ein Rind zu ernähren. Das weiß ich von Eimbeck. Mein Großvater konnte später nie damit klarkommen, dass er es mit Kleintieren zu tun hatte und nicht mehr mit Rindern. Wenn Leute mit einem kranken Dackel kamen, sagte er: »Der Köter ist nicht mehr viel wert. Den lassen Sie am besten einschläfern.« Diesen Ton mochten die Hundebesitzer nicht sonderlich.

Der Vorsitzende der Farmervereinigung, Friedrich Nauhaus, ist erst 41 Jahre alt und hat in Südafrika Germanistik studiert. Sein Farmhaus liegt weit draußen auf einem Hügel mit Bäumen, der Hügel ragt wie eine grüne, üppige Insel aus der versteppten Ebene. 8000 Hektar hat die Farm, eine Fläche wie der Chiemsee. Das ist hier nicht besonders viel. Vielleicht werden die weißen Farmer bald enteignet. Man weiß es nicht. Die Regierung ist unberechenbar. »Die Regierung tut so, als ob hier früher Schwarze mit dem Mercedes herumgefahren wären, und dann sind wir gekommen und haben den Leuten ihren Mercedes weggenommen.« Nauhaus lacht. »Wenn das hier wirklich mal zu Ende ist, gehen wir nach Kanada oder Australien.«

Während wir reden, reiten am Fenster die Arbeiter vorbei, irgendwo soll eine Herde zusammengetrieben werden. Einer reitet einen Schimmel. Sie müssten Colts tragen, dann wäre das Wildwestbild perfekt. In dem Buch über die Namibiadeutschen steht, dass Südwest im Deutschen Reich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten war, ein Magnet für Abenteurer. In Europa waren die Abenteurer überflüssig geworden.

In der Stadt lässt Eimbeck vor dem Museum einen rostigen Traktor von einem Lastwagen abladen, die Spende eines Farmers; er brüllt die Arbeiter an, die dabei zusammenzucken wie unter Schlägen. Eimbeck erzählt von seiner Schwiegertochter. Sie ist mit dem Auto zu ihrer Farm unterwegs gewesen, das Fenster war einen Spalt offen, und es gab da eine Stelle, an der sie anhalten musste, irgendwas lag auf der Straße, jemand hat einen Gewehrlauf durch den Fensterspalt gesteckt und ihr durch das Auge in den Kopf geschossen; war sie tot?, natürlich war sie das, ist gar nicht lange her.

Eimbeck verzieht dabei keine Miene, ganz emotionslos berichtet er. Tja, die wollten wohl an die Handtasche heran. War aber fast nichts drin in der Tasche. Die Polizei kriegt nie einen Täter. Die Neger halten alle zusammen. Passen Sie gut auf sich auf! Übrigens: Löwen gab es hier 1914 nicht mehr. Da hat Ihnen Ihr Großvater etwas Falsches erzählt.

Zurück in Windhuk, empfängt mich die Präsidentin der Wissenschaftlichen Gesellschaft, eine nette ältere Dame, die in den Archiven und den Listen der Tierärzte nachgeschaut und bei anderen Archivaren herumtelefoniert hat; nein, sagt sie, es ist schade, aber wir finden da keine Spur. Dabei sind die deutschen Kolonialarchive recht zuverlässig.

Großvater steht nicht in den Archivbüchern. Das müsste er aber

Ich fahre weiter nach Swakopmund, in die Sam-Cohen-Bibliothek, die war mir als Archiv empfohlen worden. Eine andere ältere Dame geht die Passagierlisten aller deutschen Schiffe durch, die 1914 ankamen, als Tierarzt muss er da drinstehen, sagt sie, es geht gar nicht anders. Deutsche Bürokratie! Perfekt! Ist er womöglich über den Landweg gekommen? Aber warum sollte er das? Ich lese im Südwestboten, Jahrgang 1914, sämtliche detailverliebten Berichte aus dem Gemeinderat von Gobabis. Nichts. Eine weitere Dame, die sich als Frau Schneeweiß vorstellt, telefoniert herum. Jemand aus der Veterinärverwaltung wird angerufen. Nichts. Er steht auch nicht in den Adressbüchern. Das müsste er aber. Dann finden wir etwas.

Es ist ein Eintrag im Deutschen Kolonialblatt. Mein Großvater hat sich am 28. Februar 1914 in Richtung Südwestafrika eingeschifft, zusammen mit einem Gerichtssekretär Nusslar und dem Regierungsbaumeister Herrmann. Das steht fest. Vermutlich in Hamburg. Der Gegeneintrag über die Ankunft fehlt. Es sieht ganz so aus, als sei er unterwegs ausgestiegen.

Vielleicht auf den Kanarischen Inseln. Dort machten die deutschen Passagierschiffe nach Südwest meistens Station. Er war 26 Jahre alt, ledig und, wie man so sagt, lebenslustig. Er hat eine Frau kennen gelernt, ja, das ist immer das Wahrscheinlichste. Vielleicht wollte er das nächste Schiff abwarten. Und dann das übernächste. Oder er fuhr mit ihr sonst wohin. Hatte er überhaupt einen Vertrag als Tierarzt? Plötzlich war jedenfalls Krieg.

Dann, so denke ich, tauchte er unter. Er hat die Ausführung des Ersten Weltkrieges anderen überlassen. Kurz nach dem Krieg aber ist er plötzlich wieder da, beladen mit Andenken aus Afrika. Oder woher auch immer. Felle, Hörner, Speere, so was hätte er, Gott weiß, wo, kaufen können. Er hat Fotos schöner Frauen dabei und tausend Geschichten von Gefechten und Löwenjagden aus der hintersten Ecke des Reiches, einer Gegend, wo fast niemand war und wo fast niemand hinfährt und wo sich wahrscheinlich niemand jemals nach ihm erkundigen würde.

Er war einfach nur ein Geschichtenerzähler.

Zurück zu Hause, lässt mir etwas keine Ruhe. Ich gehe in die Staatsbibliothek. Und finde es sofort. Es ist eine Dissertation. Über den quantitativen Nachweis von Alkohol in tierischen Organen, vorgelegt an der Universität Gießen, kurz vor dem Ersten Weltkrieg. 28 Seiten, inklusive Deckblatt und Bibliografie. Die Arbeit handelt von betrunkenen Kaninchen.

INFORMATION

Anreise:
Air Namibia fliegt viermal wöchentlich nonstop ab Frankfurt am Main nach Windhuk für derzeit circa 650 Euro plus Steuern

Klima:
Es regnet selten, außer im äußersten Norden. An der Küste kann es wegen des Benguelastroms recht kühl werden. Nicht vergessen: Wenn bei uns Sommer ist, herrscht auf der Südhalbkugel Winter

Unterkunft:
In Windhuk ist das Olive Grove Guesthouse sehr empfehlenswert, geschmackvolle Einrichtung, große Zimmer, Pool, Jacuzzi, etwa 70 Euro pro Person. 20 Promenaden Road, Tel. 00264-61/239199, www.olivegrove.com.na [URL=”http://www.olivegrove.com.na”]http://www.olivegrove.com.na[/URL] . Ondekaremba Guest Farm in Windhuk. Eine deutsche Farm, freundlich und komfortabel, seit Kaisers Zeiten in Familienbesitz, nahe beim Flughafen, den man aber kaum spürt. Gut geeignet für den ersten und letzten Tag einer Reise. Zimmer mit Halbpension rund 78 Euro pro Person. Tel. 00264-62/540424. In Swakopmund gibt es viele deutsch geführte oder deutschtümelnde Quartiere. Bizarr: das Prinzessin- Ruprecht-Heim im ehemaligen deutschen Militärlazarett. Ein Teil des Hotels ist Altenheim. Zimmer mit Frühstück ab circa 28 Euro pro Person. Anton Lubowski Avenue, Tel. 00264-64/412540

Restaurants:
Joe’s Beerhouse, nicht nur bei den Deutschen beliebt, schönster Biergarten in Windhuk. 160 Nelson Mandela Avenue

Sehenswert:
Noch in kaum einem Reiseführer zu finden ist das neue Nationaldenkmal zum Ruhme des Präsidenten Nujoma und der Befreiungsbewegung Swapo am Stadtrand von Windhuk. Im Stil des Gigantismus von Nordkoreanern errichtet und vermutlich eines der schwülstigsten Bauwerke der Erde

Literatur:
Michael Iwanowski: »Namibia«. Iwanowski Verlag, Dormagen 2004; 700 S., 25,95 Euro. Verlässlich und detailliert. Ein Standardwerk

Auskunft:
Namibia Tourism Board, Schillerstraße 42-44, 60313 Frankfurt am Main, Tel. 069/1337360, [URL=”http://www.namibia-tourism.com”] www.namibia-tourism.com [/URL]

(c) DIE ZEIT 10.03.2005 Nr.11

[URL=”http://www.zeit.de/2005/11/Gobabis”]Mr. Check [/URL]

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Mrz 16 2005

Lianshulu Lodge: Neuerungen

Geschrieben von admin in: Namibia

Lianshulu Lodge

Ab April steht ein neues Hauptgebäude zur Verfügung. In der guest lounge gibt es dann einen gemütlichen Kamin. Die Aussichtsplattform aus einheimischen Teakhölzern wird erhöht und vergrößert, so daß man einen traumhaften Blick auf den Kwandofluß genießen kann. Auch alle Gäste-Chalets werden renoviert und um eine Außendusche „bereichert“. Angeschafft wurden außerdem drei nagelneue LandRover – Safarifahrzeuge sowie ein zusätzliches Boot. Ebenso werden Transfer – Services zu den Lodges in Livingstone (Zambia), Victoria Falls (Zimbabwe) und Kasane (Botswana) angeboten.

[Dieser Eintrag wurde am 16.03.2005 um 14:08 editiert.]

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Mrz 07 2005

News aus New York

Geschrieben von admin in: New York

News aus New York
von den Autoren Margit Brinke und Peter Kränzle
Stand: 7.3.2005

Besucherrekord in New York

2004 stieg die Zahl deutscher Touristen um sensationelle 15 % auf 310.500 Besucher. Dabei kamen nach Schätzungen 39,6 Millionen Touristen nach New York City, 4,6 % mehr als im Vorjahr! Die Zahl internationaler Urlauber wuchs um 10,2 % auf 5,3 Millionen und für das Jahr 2005 wird mit über 40 Mio. Besuchern gesamt, davon 6 Mio. Nichtamerikanern, gerechnet. Continental Airlines, Delta Air Lines und LTU bieten ab Sommer 2005 27 zusätzliche New York-Flüge pro Woche an (ab Berlin, Hamburg und Düsseldorf).

New Yorker Subway-Feuer sorgt für Probleme

Ein am 23. Januar 2005 in einer Relaisraum der Station “Chambers Street” (nahe World Trade Center Site) ausgebrochenes Feuer, das durch einen frierenden Obdachlosen ausgelöst wurde, hat verheerende Folgen: Da eine der zentralen Schaltzentralen zerstört wurde, wird es mehrere Monate dauern, bis das Stellwerk wieder voll funktioniert und die beiden davon betroffenen Linien A und C einigermaßen normal verkehren.
Während die Linie A von Inwood (Nordspitze Manhattans) nach Rockaway in Queens (Airport) verkehrt, nutzt die C als Local (mit vielen Stopps) die prinzipiell selbe Strecke von Washington Heights bis Euclid Ave./Brooklyn. Vor allem, wer die preiswerte Fahrt per A-Line vom Airport zu schätzen wusste, wird sich nun in Geduld üben müssen: Die Frequenz hat sich von tagsüber 6 auf 18 Minuten verlängert. Die C-Linie wurde auf unbestimmte Zeit eingestellt und in Brooklyn durch die V-Linie ersetzt.

New York: World Trade Center Memorial

Am 24.2.2005 trafen sich Governor George E. Pataki und Bürgermeister Michael R. Bloomberg mit den Architekten Michael Arad, Peter Walker und Max Bond um das Modell für die neue Platzgestaltung des WTC-Areals namens “Reflecting Absence” zu enthüllen. Abgesehen von einer umlaufenden Mauer mit den Namen der Opfer vom 11.9.2001 und 26.2.1993, wird es einen Wasserfall, zwei Wasserbecken und einen Meditationsraum im Untergeschoss geben.
• Infos: www.wtcsitememorial.org

[Dieser Eintrag wurde am 7.03.2005 um 14:03 editiert.]

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Mrz 07 2005

NEWS ZUR USA-OSTKÜSTE

Geschrieben von admin in: USA / Ostküste

NEWS ZUR USA-OSTKÜSTE

Latest News zu Iwanowski’s Reisehandbuch “USA Ostküste” (2004) von den Autoren Margit Brinke und Peter Kränzle
Stand: 7.3.2005

Hinweis für Ostküsten-Reisende

Erst vor kurzem erschien das Iwanowski
Reisehandbuch “USA Ostküste” in einer aktualisierten Neuauflage. Die “Gelben Seiten” wurden dabei komplett überarbeitet und es gibt zusätzlich einen neuen “Blauen Teil” mit den “Latest News” zur Region.

Neue Touren im Lancaster County/Pennsylvania

Neu in das Besichtigungsprogramm der eh schon vielseitigen Region aufgenommen wurde kürzlich eine bewirtschaftete Farm der Amish People. Aus Anlass des 20-jährigen Jubliäums des Kinofilms “Der einzige Zeuge” (“Witness”, 1985) – ein Krimi, der bei den Amischen spielt –, wurde eben diese Farm, in der die Hauptperson alias Harrison Ford Unterschlupf fand, für Besucher geöffnet:
Witness Movie Experience Tours: 1.4.-21.11.05, Mo/Fr/Sa 9.30 und 13 Uhr, 3-stünd. Touren ab Pennsylvania Dutch Information Center in Lancaster, $ 29,95, Tel. 1–800–723-8824, www.padutchcountry.com
• Dazu gibt es ein Sonderangebot von Amtrak: Für die Bahnfahrt von Philadelphia oder Washington D.C. nach Lancaster zahlt die zweite Person nur den halben Preis.

Philadelphia Art Museum

Die Pennsylvania Academy of the Fine Arts erlebt eine Erweiterung, die sie zu einem der größten Museen der Welt machen wird. $ 50 Millionen soll es kosten, bis die Verdreifachung des Museums, das bekannt ist für seine Sammlung amerikanischer Kunst des 18/19. Jh., realisiert sein wird. Das Institut war 1805 von dem Maler Charles Willson Peale, unterstützt von Jefferson u.a. gegründet worden. Stärker in den Vordergrund gerückt werden sollen die Abteilungen zur Zeitgenössischen Kunst und neu ist eine Skulpturen-Galerie.

Besucherrekord in New York

2004 stieg die Zahl deutscher Touristen um sensationelle 15 % auf 310.500 Besucher. Dabei kamen nach Schätzungen 39,6 Millionen Touristen nach New York City, 4,6 % mehr als im Vorjahr! Die Zahl internationaler Urlauber wuchs um 10,2 % auf 5,3 Millionen und für das Jahr 2005 wird mit über 40 Mio. Besuchern gesamt, davon 6 Mio. Nichtamerikanern, gerechnet. Continental Airlines, Delta Air Lines und LTU bieten ab Sommer 2005 27 zusätzliche New York-Flüge pro Woche an (ab Berlin, Hamburg und Düsseldorf).

New Yorker Subway-Feuer sorgt für Probleme

Ein am 23. Januar 2005 in einer Relaisraum der Station “Chambers Street” (nahe World Trade Center Site) ausgebrochenes Feuer, das durch einen frierenden Obdachlosen ausgelöst wurde, hat verheerende Folgen: Da eine der zentralen Schaltzentralen zerstört wurde, wird es mehrere Monate dauern, bis das Stellwerk wieder voll funktioniert und die beiden davon betroffenen Linien A und C einigermaßen normal verkehren. Während die Linie A von Inwood (Nordspitze Manhattans) nach Rockaway in Queens (Airport) verkehrt, nutzt die C als Local (mit vielen Stopps) die prinzipiell selbe Strecke von Washington Heights bis Euclid Ave./Brooklyn. Vor allem, wer die preiswerte Fahrt per A-Line vom Airport zu schätzen wusste, wird sich nun in Geduld üben müssen: Die Frequenz hat sich von tagsüber 6 auf 18 Minuten verlängert. Die C-Linie wurde auf unbestimmte Zeit eingestellt und in Brooklyn durch die V-Linie ersetzt.

New York: World Trade Center Memorial

Am 24.2.2005 trafen sich Governor George E. Pataki und Bürgermeister Michael R. Bloomberg mit den Architekten Michael Arad, Peter Walker und Max Bond um das Modell für die neue Platzgestaltung des WTC-Areals namens “Reflecting Absence” zu enthüllen. Abgesehen von einer umlaufenden Mauer mit den Namen der Opfer vom 11.9.2001 und 26.2.1993, wird es einen Wasserfall, zwei Wasserbecken und einen Meditationsraum im Untergeschoss geben.
• Infos: www.wtcsitememorial.org

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