Jun 07 2005
Sicherheitshinweise
Sicherheitshinweise vom Auswärtigen Amt
Stand: 3. Juni 2005
In Indonesien ist es seit 2002 mehrfach zu Bombenanschlägen islamischer Extremisten gekommen. Am 12. Oktober 2002 kostete ein Anschlag auf eine Diskothek in Bali 202 Menschenleben. Am 5. August 2003 kamen bei einem Anschlag auf das Hotel Marriott in Jakarta 13 Menschen und am 9. September 2004 bei einem Anschlag auf die Australische Botschaft 10 Menschen ums Leben.
Seit dem Anschlag in Bali wurden erhebliche Erfolge bei den Ermittlungen erzielt, die zu zahlreichen Verhaftungen und Verurteilungen geführt haben. Einige als Drahtzieher der Bombenanschläge identifizierte Extremisten befinden sich jedoch noch auf freiem Fuß. Die Sicherheitsorgane warnen weiterhin vor möglichen Attentaten islamistischer Extremisten in Jakarta und anderen Orten. Als gefährdet gelten Orte, die bevorzugt von Ausländern frequentiert oder mit dem westlichen Ausland identifiziert werden, wie Hotels, Botschaften, Einkaufszentren und touristische Einrichtungen.
Von Reisen in die Provinz Aceh (Nordsumatra) wird (unabhängig von der Flutkatastrophe) dringend abgeraten. Militärischen Operationen fielen am 04. Juni 2003 in West-Aceh ein deutscher Tourist zum Opfer. Reisende benötigen eine Ausnahmegenehmigung des Militärs.
Ethnische, religiöse oder soziale Spannungen führten in einzelnen Landesteilen wiederholt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. In der auf den Molukken gelegenen Provinzhauptstadt Ambon ist es in jüngster Zeit erneut zu Unruhen mit Toten und Verletzten gekommen. Auch in Sulawesi (Region Poso/Zentralsulawesi) und Papua (ehem. Irian Jaya) kann sich die Sicherheitslage plötzlich anspannen. Reisen in diese Gebiete sollten nicht ohne ortskundige Begleitung unternommen werden. Für Reisen nach Papua wird eine Ausnahmegenehmigung der Polizei benötigt.
Trekkingtouren und Bergbesteigungen sollten nur mit verlässlichen ortskundigen Führern durchgeführt werden. Grundsätzlich sollte man aus Sicherheitsgründen nur vom Hotel oder Reisebüro empfohlene Reiseführer engagieren. Die Seeschifffahrt in der Straße von Malakka ist durch Piraterie gefährdet.
Vor illegalem Besitz von Rauschgift ebenso wie vor Mitnahme/Transport oder Aufbewahrung von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts wird eindringlich gewarnt. Bei Rauschgiftdelikten - auch wenn es sich nur um kleine Mengen handelt - drohen langjährige Haftstrafen oder die Todesstrafe.
Rettungsdienste verfügen nicht über die in Europa gängige Ausbildung und Ausrüstung. In weiten Landesteilen entspricht die medizinische Versorgung nicht deutschen Standards. Reisende, die sich abseits der großen Ferienzentren aufhalten und sich aufgrund ihrer Konstitution oder Aktivitäten (z.B. Bergsteigen) besonderen Risiken aussetzen, sollten zusätzlichen Versicherungsschutz und Notfalladressen bei sich führen, die im Ernstfall ein schnelle Evakuierung nach Jakarta oder Singapur gewährleisten.
Flutkatastrophe: Die durch ein starkes Seebeben vor der indonesischen Insel Sumatra am 26.12.2004 ausgelöste Flutwelle richtete an der nordwestlichen Küste der Provinz Aceh/Sumatra schwere Schäden an. Seither ist es an der Westküste Sumatras und den vorgelagerten Inseln zu zahlreichen Nachbeben gekommen; mit weiteren Nachbebe muss gerechnet werden.
Ausländer, die nicht für Hilfsorganisationen tätig sind, sollten nicht versuchen, in die Provinz Aceh zu reisen.
Die populären Reiseziele Indonesiens wie Bali, Lombok und Java waren von der Flutkatastrophe nicht betroffen.
erschienen: Freitag 03.06.05
Das Auswärtige Amt rät dringend, auf Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung zu achten. Reisehinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts.
Quelle: www.auswaertiges-amt.de