Mit dieser Ankündigung will Namibia laut Energieminister Erkki Nghimtina den internationalen Treibstoffnormen und dem technischen Standard moderner Automobile genügen. ,,Am wichtigsten ist es jedoch, dass die Luftqualität verbessert und schließlich eine gesündere Umwelt geschaffen wird”, erklärte Nghimtina gestern. Gleichzeitig hat der Minister eine Broschüre
herausgegeben, die den Hintergrund des verbleiten und bleifreien Treibstoffs schildert. Die Automobile der letzten Jahre sind in der Regel schon für bleifreien Treibstoff hergestellt. Dazu erscheint eine Automobil-Liste mit den 20 häufigsten Marken in Namibia, von Audi bis Volkswagen und Volvo aus den Herstellungsjahren von Anfang der achtziger bis Mitte der neunziger Jahre, um die Verträglichkeit der Wagen nach einer Skala von 1 (vereinbar) bis 4 (nicht kompatibel) mit bleifreiem Benzin anzuzeigen. Nur bei Mercedes geht die Liste bis in die siebziger und sogar bis 1967 zurück. Seit zehn Jahren werden die meisten Fahrzeuge in der Regel schon auf bleifreien Treibstoff ausgerichtet.
Ab 1. Januar 2006 wird kein Blei mehr in den Treibstoff gemischt und verbleiter Sprit wird ganz vom Markt entzogen. Der Bleizusatz sollte ursprünglich den Oktangehalt binden. Die Ölgesellschaften bieten für das verbleite Benzin mit 93 Oktan einen gleichwertigen Ersatz, LRP 93 (Lead Replacement Petrol), um ,,gewisse ältere Wagen zu versorgen, bei denen bei höherer Geschwindigkeit und schwerer Belastung Ventilschaden entstehen kann”, erklärte der Minister weiter. Künftig gibt es in Namibia nur noch bleifreies LRP 93 und ULP 95 RON (Unleaded Petrol 95 Research Octane Number).
,,Wir sind darauf vorbereitet”, erklärten gestern Manager der Shell und BP-Ölgesellschaften in Windhoek auf Anfrage der AZ. ,,Wir sitzen in einem Sonderausschuss, um landesweit logistische Fragen zu behandeln und beteiligen uns am regionalen Ölkomitee des Südlichen Afrika, weil die Veränderung in der gesamten Region eingeführt wird.
Der Automobilfachmann Hagen Zimmermann sagte, dass das bleifreie Benzin durch die andersartige Zusammenstellung mit der Zeit die Ventile von solchen Motoren angreifen kann, die bisher mit verbleitem Sprit gezündet haben. ,,Aber es besteht kein Grund zur Panik. Wenn die Kompression nachlässt, muss erst etwas daran gemacht werden.” Die Broschüre, die Minister Nghimtina gestern vorgestellt hat, rät: ,,Wenn Sie beim Gebrauch des bleifreien Benzins nicht sicher sind, befragen Sie Ihren Automobilhersteller oder Händler.” Die englischsprachige Broschüre soll noch vor Jahresende in Afrikaans, Oshivambo, Otjiherero, Khoekhoegowab und Silozi erscheinen.
Laut Nghimtina folgt die Regierung mit diesem Schritt den Beschluss der Dakar-Deklaration von 2001, wonach Afrika südlich der Sahara das verbleite Benzin abschaffen will. ,,Damit liegt Afrika im globalen Trend, denn fast 85 % der Welt fährt heute bleifrei.” Weitere Information kündigt die Broschüre des Ministers unter der folgender Website an: [URL=”http://www.nolead.com.na”][/URL]http://www.nolead.com.na
Aus: Allgemeine Zeitung, Windhoek, 04.08.2006